Messebesuch nordstil Hamburg und IMM Köln: was bleibt, was kommt, was geht

Opulent, nachhaltig, pastellig, haptisch - die Interior Trends 2018

Das Einrichtungsjahr beginnt mit einem Paukenschlag: Seit der zweiten Januar-Woche reihen sich nationale wie internationale Fachmessen aus der Einrichtungsbranche aneinander. Händler und Designer zeigen das gesamte Portfolio des Wohnens: Von Heimtextilien und Matratzen, über Lampen und Sitzmöbel, Bäder, Teppiche und vieles mehr. Das sorgt für die Extraportion Inspiration zum Jahresbeginn!

Mein Startschuss fiel mit dem Besuch der Nordstil-Messe Hamburg. Diese kleine aber feine überwiegend regionale Messe ist einen Besuch wert. Mehr Infos zu dieser Messe finden Sie auch in meinem anderen Artikel  aus Herbst 2017. Anschließend stand die IMM Möbelmesse in Köln an: meine persönliche Premiere - und bestimmt nicht der letzte Besuch! Ich bin beeindruckt von der Vielfältigkeit und dem extrem breiten Angebot, das man auf der Messe findet. Trotz zwei vollen Tagen auf dem Messegelände habe ich nur einige Teile der Messe sehen können, zu groß ist die Fläche und das Angebot. Mehr als 125.000 aus mehr als 138 Ländern sprechen für sich. Was ist 2018 angesagt im Handel und in deutschen Zimmern? Nachfolgend werde ich Ihnen die dominantesten Trends beider Messen kurz vorstellen.

 

Keramik, die aussieht wie selbst getöpfert ist 2018 angesagt

Das Comeback der Opulenz: Dunkle Farben, Glanz und Samt für den Glamour-Faktor

Nach vielen Jahren des skandinavischen Minimalismus darf es dieses Jahr opulenter sein. Dunkle Farben wie dunkelblau, ultraviolett (Farbe des Jahres) und dunkelgrün geben den Ton an. Kombiniert mit Accessoires und Lampen aus Messing, das Kupfer als Metall im Wohnbereich ablöst. Marmor, meist in dunklen Nuancen wie dunkelgrün oder schwarz, ist das Material für Vasen, Lampenfüße oder Tischplatten. Abgerundet wird dieser Stil durch Kissen, Sessel oder Sofas aus Samt sowie Geschirr aus Keramik, das aussieht wie selbst getöpfert. Dies entspricht dem Trend zu mehr Materialien und Oberflächen mit Haptik in unserem zunehmend digitalisierten Alltag mit glatten Oberflächen. Unbehandelte Möbel greifen diese Strömung ebenso auf. 

Nachhaltige Produkte hoch im Kurs

Als zweiter Trend ist die Entwicklung zu immer mehr recycelten Produkten erkennbar: Vasen aus Plastikflaschen oder Kerzenständer aus Altgummi. Schneidebretter sowie Regale aus wieder aufbereiteten Holz, Teppiche aus Altkleidern. Fußbodenbeläge und Wandverkleidungen aus Wiesenkräutern. Was futuristisch klingt wird von einigen Firmen bereits erfolgreich umgesetzt und dies teilweise schon seit 20 Jahren, wie z.B. bei der niederländischen Firma Kinta. 

Die Nase vorn bei nachhaltigen Produkten haben die Dänen, die mit einer Vielzahl von Ständen aufwarten konnten, um nachhaltiges Design zu präsentieren, z.B. die Firma Ohhh Design.

Nachhaltige Produkte erfreuen sich zunehmender Nachfrage und kommen dadurch vom Randphänomen in der Mitte der Branche an. 

Pretty in Pastell

Unübersehbar war auf beiden Messen, dass die Frühling-/Sommer-Saison 2018 für den Handel bereits begonnen hat. Zarte Pastellfarben wie mint, rosé, hellblau oder gelb in Kombination mit hellen Hölzern stellen eine weitere Trend-Strömung dar.  Vorwiegend kombiniert mit geradlinigen Designs skandinavischer Hersteller. 

Es grünt so grün: Urban Jungle 

Urban Jungle bleibt uns auch 2018 erhalten: viele Zimmerpflanzen oder Wohnaccessoires und Tapeten mit Montserrat-Drucken sind weiterhin gefragt. Das trifft den Nerv nach mehr Natürlichkeit und Haptik. Unterstrichen wird dies durch Übertöpfe aus groben Rattan oder Seegras. 

Wabi-Sabi statt hygge

Das Einrichtungsjahr 2018 wird durch die japanische Philosophie Wabi-Sabi geprägt. Wabi was? Falls Sie dies noch nicht gehört haben, sei es hiermit kurz erklärt: Es handelt sich hierbei um eine Geisteshaltung, nicht um einen Einrichtungsstil. Dabei geht es um das Besinnen auf das Wesentliche, das Wertschätzen gebrauchter Gegenstände, den Genuss optischer Leere. Oder kurz gefasst: unperfekten Purismus. Dieser zeichnet sich durch zurückhaltende Farben (gern mit beige oder rosé kombiniert),  Stoffe aus Naturfasern (Wolle, Leinen, Jute, Baumwolle), geradlinige Schnitte und dezente Muster aus. Tschüss hygge!

Abschließend habe ich Ihnen die wichtigsten Merkmale der aktuellen Trends zusammengefasst:

  • dunkle Töne für Polster und Wände (dunkelgrün, dunkelblau, dunkellila)
  • Messing
  • dunkler Marmor
  • Pastellfarben
  • haptische Materialien und Oberflächen (Wolle, Samt, unbehandeltes Holz, Rattan)
  • rot - von bordeaux bis terracotta
  • Einrichtungsphilosophie Wabi-Sabi löst Hygge-Trend ab
  • farbiges Glas

Für einen kleinen ersten Eindruck stöbern Sie gern in der beigefügten Galerie. Was sind Ihre Favoriten davon? Haben Sie noch Ergänzungen? Ich freue mich auf Ihr Feedback in den Kommentaren!