Gastartikel: Nachhaltigkeit im Einrichtungsbereich

Nachhaltigkeit - ein Begriff für mehrere Aspekte im Wohnbereich

Ein gern verwendeter Begriff dieser Zeit ist Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeit als Konzept betrifft sehr viele Lebens- und Wissenschaftsbereiche, deswegen stellt sich die Frage, was Nachhaltigkeit konkret mit dem Thema Wohnen und Einrichten zu tun hat.

Wikipedia definiert das Handlungsprinzip der Nachhaltigkeit so: „Nachhaltigkeit ist ein Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung, bei dem die Bewahrung der wesentlichen Eigenschaften, der Stabilität und der natürlichen Regenerationsfähigkeit des jeweiligen Systems im Vordergrund steht.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Nachhaltigkeit

Möchte ich als Interior Designerin meine Kunden im Sinne der Nachhaltigkeit beraten, ergeben sich  für mich drei Arbeitsfelder, auf denen ich aktiv werden kann. Welche das sind, möchte ich Ihnen nachfolgend aufzeigen:

Gastartikel Ökoraum Punktgenau Kreativ

Aus alt mach neu - der Mix macht's 

1. Bestand in Neues einarbeiten

Oder aber auch Neues in den Bestand. In den allermeisten Fällen  beginnt die Planung der Räume nicht auf dem weißen Tisch. Meine und wahrscheinlich auch Ihre Kunden möchten Teile der Einrichtung oder der Fußboden- und Wandgestaltung erneuern. Andererseits sollen Teile bestehen bleiben. Die Kunst in einem solchen Fall ist, Alt und Neu so zusammenzubringen, dass ein neues harmonisches Ergebnis entsteht, das die Kunden über einen langen Zeitraum glücklich macht. Meiner Erfahrung nach ist es dabei sehr wichtig, den Wunsch der Kunden hinter dem Veränderungswunsch herauszufinden und das dem Kunden auch zu spiegeln. Wenn klar ist, welches Gefühl die Kunden als Ergebnis ihrer Renovierung haben möchten, sind Reklamationen, die scheinbar aus dem Blauen kommen, kein Thema mehr. Ich weiß, dass sich diese Arbeitsweise zunächst aufwändig anhört. Das ist sie aber nicht, wenn der Weg der Gesprächsführung klar ist.

Der Klassiker - langlebiger Nutzungzeitraum

2. Materiallebenszyklus

Setze ich das Thema Nachhaltigkeit mit Materialien um, die einen langen Nutzungszeitraum haben, bediene ich die von Wikipedia getroffene Definition fast im Wortsinn. Was ist dabei mit langem Nutzungszeitraum gemeint? 

 Naturholz statt Kunststoffe

Naturholz statt Kunststoffe

Ich meine damit erstens die tatsächliche Lebensdauer von Materialien. Im Möbelbereich kann das die Verwendung von Massivholz statt der Verwendung anderer Holzwerkstoffe oder Kunststoffe sein. Bei der Wahl von Vorhangs- oder Polsterstoffen kann es der Griff zum hochwertigeren und beständigeren Stoff sein.

Bei der Wandgestaltung sind es sinnvollerweise Materialien ohne Kunststoffzuschlag, die sich nicht statisch aufladen und deswegen auch keinen Staub aus der Raumluft anziehen, der sich dann auf den Wänden absetzt.

Zweitens meine ich damit die optische Lebensdauer von Einrichtungsgegenständen. Sehgewohnheiten ändern sich, und so kann es passieren, dass man sich ein noch so hochwertiges Möbelstück irgendwann nicht mehr ansehen kann, weil die Formensprache nicht mehr in die Zeit passt. Deswegen ist es an diesem Punkt aus meiner Sicht sehr wichtig, die Stilvorlieben des Kunden herauszuarbeiten und das gewählte Produkt an den Stilvorlieben abzugleichen.

Drittens meine ich damit Verhältnismäßigkeit. Ich arbeite als Interior Designerin mit ökologischem Schwerpunkt, wodurch mich meine Kunden auch auf die Gesundheitsverträglichkeit von Bauteilen ansprechen. In solchen Gesprächen wäge ich ab, wie sinnvoll es ist, beispielsweise eine noch funktionsfähige Gipskartonplatte aus Räumen auszubauen, um eine andere, umweltverträglichere Platte einzubauen, die dann gestaltet wird. Meist ist die Bilanz die, dass das Wirtschaftlichste und auch Nachhaltigste ist, das alte Bauteil bestehen zu lassen und neu zu gestalten, da durch Ausbau und Neueinbau einer Alternative unverhältnismäßig viel Ressourcen verbraucht und Kosten aufgeworfen werden.

Individueller Stil versus Trends

3. persönlichen Stil entwickeln

Das aus Kundensicht nachhaltigste Verhalten ist, langfristig den eigenen Stil zu entwickeln und weiter zu verfeinern. Je genauer meine Kunden wissen, was zu ihnen passt, desto länger nutzen sie ihre Möbel und desto seltener verändern sie die Raumgestaltung.

 Großes Angebot an ökologischen Farben. Nachhaltigkeit boomt.

Großes Angebot an ökologischen Farben. Nachhaltigkeit boomt.

Aus wirtschaftlicher Sicht ist das ein sehr undankbares Verhalten, das weiß ich wohl. Der daraus entstehende Nebeneffekt ist aber folgender: Meine Kunden wissen, dass ich sie bei der Entwicklung ihres Stils unterstütze. Sie treffen Entscheidungen, mit denen sie sehr zufrieden sind und die lange Bestand haben. Steht in irgendeinem Raum eine Renovierung an, arbeiten sie mit mir zusammen. Und: Sie empfehlen mich weiter an ihre Freunde und Bekannten, die auch ein Interesse daran haben, in für sie passgenauen Räumen zu wohnen.

Fazit: Alle genannten Punkte können auch Sie in Ihren Beratungsalltag einbauen und Sie werden feststellen, dass Sie die Zeit, die Sie mit Beratungsgesprächen verbringen, anders nutzen. Sie werden andere Informationen von Ihren Kunden bekommen, weil Sie neue Fragen stellen und Ihre Kunden werden Ergebnisse haben, die perfekt passen.

Wer schreibt hier? 

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Sabine Rottschy, Interior Designerin, Farbdesignerin IFDT, Baubiologin IBN, Kommunikationsjunkie, Fan absoluter Klarheit.

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